Safari
Region Kilimandscharo, Tansania, Afrika

"Löwen, Lagerfeuer, Lake Manyara"

– Von Matthias Kral, Frank Naruhn und Markus Ottmayer –

Zurück vom Gipfel des Kilimandscharo wollen wir auf eine mehrtägige Safari. Ein lange gehegter Traum von uns – Heinz Sielmann, Hardy Krüger und John Wayne lassen grüßen. Freiheit pur. Es begann ein spannendes Abenteuer in der Wildnis Afrikas.

Die Wilhelma in Stuttgart ist einer der größten Tierparks in Europa. Dort waren wir schon des Öfteren – und dort hatten wir bereits Löwen, Elefanten, Krokodile und Flusspferde gesehen. Warum also extra nach Afrika fahren? Weil es sich lohnt! Weil es kribbelt, weil es spannend ist – und weil es grenzenlose Freiheit bedeutet. Mittendrin – statt nur dabei. Aber dazu später mehr.

Wir sind wieder in unserer Lodge in Moshi, Tansania, bei Madeleine und dem Team von Afromaxx. Es ist neun Uhr morgens. Der Kilimandscharo ist "gemacht", ein Tag Pause liegt hinter uns und Thorsten sitzt bereits wieder am Schreibtisch in Deutschland. Wir sind zu dritt. Wir wollen endlich los, in die Wildnis, auf Safari. Doch wo zum Teufel bleibt unser Jeep? Er ist nicht da. Und mit ihm fehlt auch unser Guide und unser Koch. Das Problem ist: Es regnet. Und zwar kräftig. Denn als der Jeep dann eintrifft, erfahren wir den Grund der Verspätung: Scheibenwischer sind zwar vorhanden, aber sie funktionieren nicht. Man braucht sie in dieser Jahreszeit zu selten. Deswegen hat auch niemand daran gedacht, sie zu reparieren. Was soll's. Wir freuen uns auf fünf Tage Entspannung mit neuen Eindrücken.

          
Die Serengeti wartet (l.); Packen und Beladen Teil 1: alles muss rauf (M.); Packen und Beladen Teil 2: alles muss rein (r.)

Gegen elf Uhr können wir starten. Unsere beiden Begleiter sind sehr offen und freundlich. Nach wenigen Kilometern sind wir auf Du und Du. Die englische Sprache macht es möglich. In den Schulen in Tansania wird zwar Englisch unterrichtet – nur können leider die wenigsten Kinder überhaupt eine Schule besuchen. Eric, unser Guide, hat sich alles selbst beigebracht. In seinem Fall kein Wunder: Er wollte schon immer im Tourismus arbeiten – und das geht eben nur mit guten Sprachkenntnissen.

Eric ist Mitte 30, kräftig und trägt einen beachtlichen Bauch vor sich her. Schon mal auf dem Kili gewesen, Eric? Aber klar. Er war früher selbst Bergführer am Kilimandscharo. Über 50 Mal stand er auf dem Gipfel. Eine respektable Leistung, neben der unser einmaliger Aufstieg doch sehr verblasst. Als wir ihn mit einem breiten Grinsen und einem Seitenblick auf seinen mächtigen Bauch fragen, ob er heute noch Touren auf den Gipfel des Kili führen könnte, bricht er in dröhnendes Gelächter aus. Nein, zu schnell habe er sich an das süße Leben gewöhnt: zu viel gutes Essen, zu viel Bier, zu viel Frauen.

Wir rollen von Moshi nach Arusha, die Hauptstraße ist geteert und wir sind angenehm überrascht vom Fahrkomfort unseres weißen Toyota. Die Sonne lacht mittlerweile wieder vom Himmel. Beziehungsweise sie brennt. Das einzig störende ist aber die übel riechende Luft in Arusha. Kein Wunder, das Thermometer zeigt 35 Grad, ein Dampf zieht durch die Straßen. Von einer grünen Feinstaubplakette spricht hier kein Mensch.

           
Hitze und Staub in den Ortschaften (l.); über die Schotterpiste in Richtung Wildnis (M.); erste Rast in der Natur (r.)

Als wir Arusha verlassen, wird die Luft wieder besser. Zunächst. Doch außerhalb der Stadtgrenze geht die geteerte Straße in eine Schotterpiste über. Beißender Staub treibt uns Tränen in die Augen und setzt sich in der Lunge fest. Eric rumpelt mit 80 km/h über die Spur, man hört, wie die Stoßdämpfer des Jeeps arbeiten. "No problem", meint Eric, "Hakuna matata". Das ist ein Spruch aus der afrikanischen Sprache Swahili und bedeutet, dass es keine Schwierigkeiten gibt. Na also. Während der Fahrt in Richtung Lake Manyara sehen wir vereinzelt Zebras, Elefanten, Strauße und Giraffen über die Steppe ziehen. Wir sind fasziniert, diese endlose Weite, die Berge im Hintergrund, die Büsche und Bäume. Ein gigantischer Ausblick, soweit das Auge reicht. Ein Traum.

Unser zweiter Begleiter ist der Koch Freddy. Mit ihm werden auch schnell warm. Als wir ihn fragen, ob er uns ab und zu auch einheimische Spezialitäten kochen könnte, ist das Eis endgültig gebrochen. Freddy freut sich wie ein kleines Kind darüber, dass wir sein Essen und seine Gewürze kosten möchten. Die Regel ist es nicht, denn die meisten Touristen wollen angeblich doch lieber das serviert bekommen, was sie von zu Hause kennen.  

Nach mehrstündiger Fahrt erreichen wir das erste Etappenziel, den Lake Manyara Nationalpark. Er liegt 120 Kilometer westlich von Arusha, in unmittelbarer Nähe des Ortes Mto wa Mbu. Das Areal umfasst eine Fläche von rund 320 Quadratkilometern, von denen 70 Prozent durch den Manyara-See bedeckt werden. Im Westen wird der Park durch hohe Klippen begrenzt, der Manyara-See nimmt den östlichen Teil ein. Im Süden liegen die heißen Quellen Maji Moto.

           
Lake-Manyara-Nationalpark mit See (l.); Giraffen beim Futtern (M.); Auge in Auge mit der Wildnis (r.)  

Eric erledigt die Formalitäten, das Tor geht auf – und damit öffnet sich eine für uns unbekannte Welt. Schon nach wenigen Kurven rufen wir erstmals "Stop, please." In 50 Metern Entfernung haben wir Elefanten ausgemacht. Wir zücken die Kameras und knipsen wie verrückt die ersten Bilder. Einige der Tiere suchen Schutz in den umliegenden Schatten spendenen Bäumen. Die Elefanten sind beeindruckende Wesen mit einer ersichtlichen Gutmütigkeit. Doch Vorsicht: Sind Jungtiere dabei, kann es gefährlich werden. Eric berichtet, dass man Elefanten beim Laufen nicht hört. Ihr Füße haben ein mächtiges Fettpolster, so dass sie praktisch schleichen. Nur gut, dass meistens Sträucher und Büsche in der Gegend sind – so hört man es zumindest rascheln und knacken.

Im Angesicht von Elefanten spüren wir, wie klein und schwach wir selbst sind. Unglaublich ist die Kraft dieser Tiere. Wir waren gegen Ende der Trockenzeit auf Safari. Die Leckerlis an den Bäumen – die Blätter – können Elefanten zentnerweise verspeisen. Nur: Sie sind um diese Jahreszeit nicht mehr so leicht zu bekommen. Entweder ist der Baum abgefressen oder aber die Blätter hängen zu hoch. Was macht also der Dickhäuter? Er drückt mit Kopf und Bein solange gegen den Baum, bis dieser krachend umfällt.

Eric warnt uns. In der Nähe unserer Elefantenherde muss ein Bulle sein, der sie bewacht. Er schmeißt den Motor an – und tatsächlich, auf der anderen Seite des Weges, acht Meter von uns entfernt, steht ein mächtiger Bulle. Ein imposantes Tier, fast drei Meter hoch. Der Elefant beginnt, mit den Ohren zu wackeln. Eric ist gewarnt – es kann nämlich passieren, dass er auf uns zustürmt – und dann müssen wir schnellstens das Weite suchen.

Während wir rätseln, ob wir die ersten beeindruckenden Bilder auch im digitalen Kasten haben, tritt Eric aufs Gas. Unseren Protest erstickt er mit einem breiten Grinsen: Wir werden das alles noch viel besser sehen, meint er – und vor allem näher. Das bestätigt sich in den folgenden Tagen: Giraffen, mächtige Elefanten, die in ihrer Mitte ein Jungtier abschirmen. Wir sehen Affen, Gazellen, Flamingos, Warzenschweine, Krokodile, verschiedene Vögel – und das alles Auge in Auge und aus nächster Nähe.

      
Steppe in Ostafrika (l.); Elefanten-Gruppe (M. u. r.) 
  

Wir sind begeistert vom Schauspiel der Wildnis. Bis wir den Campingplatz erreichen. Der Jeep fährt um eine Kurve, wir recken die Hälse und erreichen ein freies Feld in der Größe von einem zwei Tennisplätzen. Stop. Das ist der Campingplatz, sagen Eric und Freddy. Aha. Das ist also der Campingplatz. Waren wir es vom Kilimandscharo her gewohnt, dass überall um uns herum Zelte standen, sind wir nun mutterseelenallein. Mitten im afrikanischen Busch. Wohl fühlen wir uns anfangs nicht. Je mehr Menschen, um so sicherer ist man doch vor wilden Tieren, denken wir. Und es sieht auch nicht so aus, als ob noch jemand kommen würde. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu.

Eric hat es eilig. Wir sind spät dran. Um 19 Uhr verschwindet die Sonne hinter dem Horizont. Genauer gesagt fällt sie einfach herunter. Es ist, als würde jemand das Licht ausknipsen. Eric nimmt zwei von uns mit zum Holz sammeln. Einer hilft Freddy beim Aufbau der Zelte – heute erklärt unser Koch einmal, wie das funktioniert. Ab morgen müssen wir das dann alleine machen. Freddy muss sich schließlich um das Essen kümmern. Als wir im Unterholz nach Brennbarem suchen, zieht uns Eric zurück. Wir sollen auf den Weg warten und lieber das Holz, das er herausschleppt, zur Feuerstelle tragen. Warum das? Im Unterholz verstecken sich Schlangen und Skorpione. Eric hat uns das nicht zweimal sagen müssen.

       

Der erste Camping-Platz (l.); Freddy bei der Arbeit in der Küche (M.); Sonnenuntergang über Afrika (r.)

Das Lager steht, das Feuer brennt – und der Magen knurrt. Wir warten gespannt auf das Essen und gönnen uns eine Dose Bier. Freddy macht alles alleine. Und diese Aufgabe erledigt er mit Bravour. Nach eineinhalb Stunden können wir zuschlagen. War das Essen am Berg durchaus in Ordnung, so erleben wir hier eine famose Überraschung. Freddy zaubert im schummrigen Licht seiner Öllampe wahre Menüs, er verwendet einheimische Gewürze, die dem Essen eine kräftige Note geben. Und das alles mit einem Minimum an Küchenausstattung – er hat einen Kocher, einen Topf und ein Schneidemesser. Das Frühstück besteht aus Kaffee, Toast, Marmelade und verschiedenen leckeren Früchten.

Am ersten Abend gibt es Nudeln. Freddy hat tatsächlich sieben verschiedene Gemüsesorten klein geschnippelt, eine leckere Soße gekocht und die Pasta damit verfeinert. Dazu gibt es Hühnchen, das er bei einem Zwischenstopp eingekauft hat. Abgerundet wird das Mahl mit einer Flasche südafrikanischem Wein. Wir genießen das Essen, den Wein und gewöhnen uns allmählich an die Umgebung. Wir fangen an zu entspannen. Die Gedanken steifen durch die Nacht, wie fühlen uns ein wenig wie Hardy Krüger und John Wayne in Hatari. Der Film spielt in Tansania auf der Farm Momella, wo Hardy Krüger später Miteigentümer war. Die Stadtszenen wurden in Arusha gedreht.

Plötzlich unterbricht Eric die Melancholie. Er wirft den Motor des Jeeps an und parkt ihn genau neben den Zelten. Dann entzündet er neben dem großen Feuer, das in der Mitte des Camps flackert, noch drei kleine Feuerstellen an den Seiten des Feldes. Das würde die Tiere abhalten, sagt er. Na hoffentlich, denken wir.
Gegen 22 Uhr geht es in die Zelte. Es ist schon ein wenig unheimlich. Von draußen hört man Geraschel, Gejaule und Geheule. Ist das jetzt Einbildung? Man hat das Gefühl, dass es rund um das Zelt schleichende Bewegungen gibt. Es knackst und knirscht. Eric hatte uns ausdrücklich davor gewarnt, die Zelte nachts zu verlassen. Daran denken wir nicht mal im Traum. Für den Fall, dass der Drang dann doch zu stark wird, haben wir Plastikflaschen.

Am nächsten Morgen steht die Serengeti auf dem Programm. Das Wort "Serengeti" ist abgeleitet aus der Massai-Sprache und bedeutet "das endlose Land". Ausgedehnte, flache Grassteppen im Süden; leicht hügelige, leicht bewaldete Ebenen im Norden. Die zentrale Savanne ist fast baumlos, im Südosten erhebt sich das vom Vulkanismus geprägte Ngorongoro-Schutzgebiet, seit 1979 Weltnaturerbe. Die höchsten Berge liegen etwa 1.850 m über dem Meeresspiegel, niedrigere Teile der Savanne reichen herab bis auf etwa 950 m. Das Gebiet der Serengeti umschließt den Serengeti-Nationalpark, der mit seinen fast 15.000 Quadratkilometern zu den größten und bekanntesten Nationalparks der Welt gehört. Außerdem ist er seit 1981 Teil des Weltnaturerbe der UNESCO sowie Biosphärenreservat.

           
Matthias und Frank beim Frühstück (l.); Ngorongoro-Krater (M.); Wasserlauf durch das Trockengebiet (r.)

Wir brauchen vier Stunden, um die Serengeti zu erreichen – und werden kräftig durchgeschüttelt. Waren die Straßen anfangs asphaltiert oder aber in relativ gutem Zustand, so werden sie nun schlecht und schlechter. Wir wundern uns. Gerade die Strecke in die Serengeti ist in solche einem Zustand? Erik zuckt die Schultern. Am Geld würde es nicht liegen, meint er, denn der Nationalpark bringe so viele Einnahmen, dass man damit könnte man ein Dutzend Straßen bauen könnte. Vielleicht will man das aber gar nicht. Oder das Geld versickert einfach woanders. Uns ist das in diesem Moment egal. Wer hier über schlechte Straßen meckert, sollte besser zuhause bleiben. Natur ist Natur.

Langweilig wird die Fahrt zumindest nicht, denn trotz Hoppelei gibt es wunderbare Landschaften zu bewundern. Bevor wir die Serengeti erreichen, machen wir kurz Rast am Nahe gelegenen Ngorongoro-Krater. Ein Höhenunterschied von 600 Metern vom Kraterrand ins Innere, ein Durchmesser von 20 Kilometern – ein sagenhaft schöner Anblick. Er entstand, als an dieser Stelle ein Vulkanberg in sich zusammenbrach. Der Boden liegt auf 2.380 Höhe, an der Umrandung sind es knapp 3.000 m. Insgesamt hat der Krater eine Fläche von rund 26.400 Hektar. Der Krater beinhaltet eine einzigartige Tierwelt.

          
Geparden im Gestrüpp (l. und M.); Löwe (r.) 
   

Apropos Tierwelt. Wir sind mit der Erwartung zur Safari aufgebrochen, dass wir ein paar wilde Tiere sehen. Wir dachten, wir streifen mit dem Fernglas über den Horizont und sehen hier und da ein exotisches Lebewesen vorbeihuschen. Weit gefehlt. Was wir in Sachen Artenvielfalt, der Menge und Nähe zu den Tieren erleben durften, hätten wir vorher nie für möglich gehalten. Besonders beeindruckend war der König der Tierwelt, der Löwe. Diese Raubkatzen sind immer im Rudel unterwegs und viel fauler als gedacht. Ein Löwe ist nur vier Stunden am Tag aktiv, berichtet Eric. In dieser Zeit geht er auf die Jagd. Ansonsten besteht sein Alltag aus Schlafen, Dösen und Faulenzen. Wir waren mit unserem Jeep nur ein paar Schritt entfernt. Da bekommt der Werbeslogan "Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe" plötzlich eine ganz neue Bedeutung.

              
Löwen-Rudel beim Faulenzen (l.); Hyäne (M.)
; Eintracht zwischen groß und klein (r.)     

Die Jagd ist überwiegend Frauensache. Die Löwinnen gehen immer im Rudel zur Jagd. Innerhalb des Rudels sind sie sehr sozial. Babys können auch von anderen Löwinnen Milch. Entdeckt allerdings ein starkes Löwenmännchen ein anderes Rudel mit einem schwächeren Rudelführer, kann es vorkommen, dass er angreift und den Nachwuchs tötet. So will er heranwachsende Rivalen aus dem Weg zu schaffen. Einmal waren wir Zeugen einer Beuteverteidigung, als sich Hyänen im Ngorongoro-Krater der Beute von Löwen näherten. Die Löwen bildeten eine seitliche versetzte Front und begannen zu Brüllen. So wurden die Hyänen verscheut. Ein beeindruckendes Erlebnis – spannend, unheimlich, Gänsehaut-Feeling pur.

Etwas cleverer stellen es die Leoparden an. Sie sind Einzelgänger und jagen immer bei Nacht. Um ihre Beute vor anderen Raubtieren zu schützen, schleppen sie sie auf Bäume. Dabei schaffen sie das Eineinhalbfache ihres eigenen Körpergewichtes nach oben. Wir konnten beobachten, wie ein Leopard eine Antilope auf einer Astgabelung zerlegte und verspeiste. Auch Geparden bekamen wir vor die Linse. Sie gelten als die schnellsten Landtiere der Welt. Geparden sind eine Art Ferrari der Steppe – von Null auf 100 km/h beschleunigen sie in weniger vier Sekunden.

       
Savanne in der Serengeti (l.); Zebras beim Grasen (M.); Giraffe auf Futtersuche (r.)

Während die Raubkatzen oft alleine oder in kleinen Rudeln umherstreifen, gibt es innerhalb der Serengeti eine gigantische Migration. Das heißt, dass die Herdentiere das ganze Jahr mehr oder weniger durch die Landschaft wandern. Das Bild der Tiere erinnert ein wenig an die Autobahn A8 zwischen München und Stuttgart – eines nach dem anderen. Gnus und Zebras laufen an einer Linie hintereinander her. Wenn sie grasen, sieht man tausende schwarzer Punkte. Sie verteilen sich bis an den Horizont.

Etwas übersichtlicher geht es da schon im so genannten "Hippopool" zu. Das ist eine trübe Brühe, in der sich rund 50 Flusspferde tummeln. Sie aalen sich den ganzen Tag über im Wasser – aus Schutz vor der Sonne. Wären sie an Land, würde ihre Haut schonungslos verbrennen. Eric meinte spaßeshalber, wir könnten ihnen etwas Gutes tun und ihnen den Rücken mit Sonnenmilch eincremen. Wir haben aus zwei Gründen abgelehnt. Erstens sind Flusspferde für die meisten tödlichen Unfälle bei Safaris verantwortlich – vor allem Mütter sehen jeden als Feind an, der einem Jungtier zu Nahe kommt. Und zweitens stinkt der "Hippopool" bestialisch. Kein Wunder: Die Flusspferde baden in ihren eigenen Fäkalien. Immer wieder steigen ihre Ausscheidungen blubbernd an die Wasseroberfläche.

       
"Hippopool" der Flusspferde (l. u. M.); Markus, Frank und Matthias auf Safari (r.)

Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, all diese Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Wenn wir das nächste Mal in der Stuttgarter Wilhelma sind, werden wir auch an den "Hippopool" zurückdenken. Bei den schwäbischen Flusspferden geht es bedeutend sauberer zu. Aber wie war das noch in Afrika? Eben: Mittendrin – statt nur dabei. Und an die Touristen gerichtet: Hier sitzen Sie wirklich in der ersten Reihe.

(Quellen: eigene Recherche, Afromaxx, Wikipedia)