Weitere Routen
Aconcagua, 6.962 m, Argentinien, Südamerika

Der Aconcagua wurde 1897 erstmals bestiegen. Der schweizer Bergsteiger Matthias Zurbriggen erreichte den Gipfel über die Nord-West-Schulter. Das ist die heutige Normalroute. Mit dem Gipfelerfolg war der Aconcagua zwar bestiegen – doch erschlossen war er noch lange nicht. Im Laufe der folgenden 100 Jahre kamen immer mehr Bergsteiger in die Region und fanden neue Aufstiege zum Punkt Amerikas.

Mittlerweile kennt man fast jeden Stein am Aconcagua. Offiziell gibt es derzeit 33 Aufstiegsrouten zum Gipfel. Die zwei leichtesten Varianten sind der Normalweg von Nord-Westen und die Polen-Traverse, auch "falsche Polen-Route" genannt. Beide Wege sind von ambitionierten Hochgebirgswanderern zu schaffen, falls sie mit der dünnen Luft zurecht kommen. Der dritte Klassiker, der Aufstieg über den Polen-Gletscher, ist vergleichbar mit einer strammen Hochtour in den Westalpen. Im Unterschied zu den beiden anderen Strecken erfordert diese Route eine komplette Gletscher-Ausrüstung und Erfahrung im steilen Eis.

Das größte Problem am Aconcagua war stets die mächtige Südwand, eine fast 3.000 m hohe Flanke aus Schnee, Eis und Gestein. Sie wurde 1954 von einer französischen Gruppe erstmals durchklettert. Der Südtiroler Reinhold Messner war es schließlich, der die Südflanke erstmals auf direktem Weg auf neuer Route im Alleingang durchstieg.

   
Aconcagua-Südwand von unten (l.); Aconcagua-Südwand von oben (r.)

Es gibt also 33 Routen. Damit finden Bergsteiger am Aconcagua Herausforderungen aller Couleur – vom expeditionsmäßigen Höhentrekking bis hin zur extremen Eistour. Jeder kann nach persönlichem Ermessen entscheiden, welche Tour für ihn die Richtige ist. Neben den verschiedenen technischen Anforderungen weist gerade die Südwand des Bergers noch andere Gefahren auf – Lawinen, Steinschlag und Gletscherspalten. Als Quelle der nachfolgenden Routen dienen die Angaben der Bergführer der argentinischen Agentur Aconcagua-Expeditions (www.aconcaguaexpeditions.com). Der Normalweg trägt die Nummer 25.

Die Routen von Süden



(01) Sun Line. 1988 zum ersten Mal bestiegen. Sie läuft durch den Südgrat ab Portillo del Sargento Mas, über den Berg Piramidal.
(02) Jugoslawische, slowenische Route. 1982 begangen. Nur in den frühen oder späten Stunden des Tages empfehlenswert.
(03) Polnische Variante. 1987 erschlossen. Sie ist diese die bisher schwierigste Route zum Gipfel des Aconcagua.
(04) Jugoslawische, s
lowenische Variante. Diese Route (1982) verbindet sich mit der französischen Route an den großen Türmen.
(05) Französische Route (La Pargot). Die erste Route, die sich über den mittleren Gebirgsausläufer zieht. 1985 erschlossen.
(06) Argentinische "untere Variante". Sie beginnt mit der französischen Route. 1992 zum ersten Mal durchstiegen.
(07) Argentinische "obere Variante". 1992 begangen. Diese Route verlässt die Messner-Route beim Gebirgsausläufer.
(08) Messner-Route. Sie führt ab dem Glaciar Superior, dem oberen Gletscher, bis zu einer Talsohle am Guanaco-Grat.
(09) Japanische Variante. Ausgang ist die französische Route hinter dem Glaciar Superior. Schlecht gekennzeichnet, sehr felsenreich.
(10) Russisches Roulette. Diese Variante greift die Eistürme von vorne an. Die Steilheit beträgt bis zu 95 Grad.
(11) Zentralroute. Trifft auf die französische Route. Mit die einfachste Tour, aber auch die gefährlichste wegen Gletscherabbrüchen.
(12) Direkte französische Route. Sie beginnt ab der Zentralroute und mündet in die argentinische Route am Glaciar Superior.
(13) Slowenische Route. Ausgangsvariante der Pasic-Route. Sie stellt eine Variante der Zentralroute dar, die nach links emporsteigt.
(14) Pasic-Route: 1966 erstmals bestiegen. Sie ist diese die längste und einfachste Route der Wand.

Die Routen von Osten



(15) Süd-Ost-Grat (nicht eingezeichnet). Ab Plaza Argentina zum Pasic-Gletscher, den Ost-Grat und den Ost-Gletscher verbindet.
(16) Route der Argentinier. 1978 bestiegen, führt diese Route durch den Ost-Gletscher.
(17) Polen-Gletscher-Route. Neigung von 40 Grad. Wird ab Nido de Cóndores in einem Tag begangen. Die Route der Skifahrer.
(18) Polen-Route Variante. Führt über die Mitte des Gletschers, überwindet die Eistürme und erreicht den Ost-Grat.
(19) Direkte Polen-Route. 1961 erschlossen, führt diese Route rechts der Mitte über den Gletscher.
(20) Hocharagon-Variante: 1995 begangen. Sie verläuft ganz rechts am Polengletscher mit einer Neigung von bis zu 75 Grad.

Die Routen von Westen und Norden



(21) – (24) nicht eingezeichnet.
(21) Falsche Polenroute. Langer Durchstieg ab 5.900 m in Richtung Normaleweg zwischen White Rocks und Independencia.

(22) Querung von Nido de Cóndores zum Polengletscher.
(23) Route von Camp Berlin bis zum Polengletscher.
(24) Nordwand-Route. 1986 erstmals bestiegen, ab Camp Berlin.
(25) Normalweg, Nord-West-Schulter. Die am häufigsten besuchte Route. 1897 erschlossen (siehe Bild oben u. unten).
(26) Direkte Nordwand-Route. 1991 erschlossen, ab Lager Canadá direkt in Richtung Canaleta.
(27) Mendoza-Bergführer-Route (nicht eingezeichnet). 1991 bestiegen, sie läuft sie rechts vom Normalweg.



(28) Westlicher Grat. Beginnt ab den Geröllhalden bis zum Gran Acarreo (der großen Geröllhalde).
(29) Mendoziner Route, Tapia-de-Felipe-Route. Start am Westgrat in Richtung des Esteban-Escaiola-Korridor.
(30) Esteban-Escaiola-Route. Diese Route wurde 1991 zum ersten Mal begangen.
(31) Süd-Ost-Schneide, Ibáñez/Grajales/Marmillod-Route. Ab der Geröllhalde über mehrere Engpässe zum Grajales-Couloir.
(32) Variante des Süd-West-Grats, Zabaleta-Variante. Neben dem kleinen Piramidal zum
Grajales-Couloir.
(33) Mendoziner-Route. Verläuft über den Südgrat und den Piramidal.

(Quelle: Aconcagua-Expeditions)