Routen
Kilimandscharo, 5.895 m, Tansania, Afrika

Am Kilimandscharo ist es seit langem klar vorgeschrieben, auf welchem Weg man aufsteigen darf. Insgesamt gibt es derzeit fünf Standardrouten, unter denen man wählen kann. Die sechste Strecke, die schwierige Western Breach Wall, ist immer wieder für Aufstiege gesperrt. Reinhold Messner (IT) gelang hier die Erstbesteigung. Die fünf Hauptrouten unterscheiden sich in Sachen Landschaft, Menschenauflauf, Streckenlänge, Höhenprofil und Schwierigkeit. Die Wege beginnen jeweils an einem Park-Gate. Dort betritt man den Nationalpark und erledigt alle Formalitäten. Meist werden die Träger dort vom Bergführer angeheuert. Das Gepäck der Träger wird vor dem Abmarsch gewogen. Jeder von ihnen darf maximal 25 Kilogramm schleppen.

   
Aufstiegsrouten am Kilimandscharo (l.); Vorschriften der Parkverwaltung (r.)

1. Marangu – die klassische Route
Die Marangu-Route ist immernoch der Normalweg auf den Kilimandscharo, auch wenn die anderen Strecken im Laufe der letzten Jahre mehr und mehr an Bedeutung gewonnen haben. Die Marangu-Route wird etwas spöttisch auch "Coca-Cola-Route" genannt,  weil sie im Vergleich zu den anderen Strecken ein höheres Maß an Komfort bietet. So übernachten die Bergsteiger
in einfachen, aber windgeschützten Berghütten. Das vereinfacht den Aufstieg, weil die Kräfte zehrenden und kalten Zeltnächte entfallen. Die Wege sind meist ordentlich ausgebaut beziehungsweise ausgetreten.

Dennoch ist auch der Normalweg eine anspruchsvolle Trekkingtour, den man nicht unterschätzen sollte. Reizvoll am Aufstieg ist der permanente Blick auf den schneebedeckten Kibo und den bizarren Mawenzi. Der Gipfelaufstieg erfolg über die Hans-Meyer-Höhle und den Gilmans Point (5.715 m). Von dort geht es auf dem Kraterrand am Stella Point (5.745 m) vorbei zum Uhuru Peak. Der Abstieg gleicht vollständig der Aufstiegsroute.

 TagStreckeDauerLänge
1Park Gate Marangu 1.840 m – Mandara Hut 2.720 m4,5 – 6 h
ca. 7 km
2Mandara Hut 2.720 m – Horombo Hut 3.725 m 5 – 6 h
ca. 11 km
3Horombo Hut 3.725 m – Kibo Hut 4.703 m6,5 – 8 h
ca. 12 km
4Kibo Hut 4.703 m – Uhuru Peak 5.895 m – Horombo Hut 3.725 m10 – 12 h
ca. 21 km
5Horombo Hut 3.725 m – Park Gate Marangu 1.840 m4 – 5 h
ca. 18 km
1 – 5
Park Gate Marangu 1.840 m – Park Gate Marangu 1.840 m30 – 37 h
ca. 69 km

2. Machame – die schöne Route
Die Machame-Route wird häufig als schönste Strecke am Kilimandscharo bezeichnet. Sie ist landschaftlich besonders abwechslungsreich und weniger überlaufen als die Marangu-Route. Die Besteigung auf diesem Trail dauert prinzipiell sechs Tage. Zwischen dem Barranco Camp und Barafu Camp liegt das Karranga Valley Camp (4.300 m). Die meisten Teams machen hier nur kurz Rast und gehen weiter. Einige wenige legen dort einen weiteren Tag zur
Akklimatisation ein. Egal ob Ruhetag oder nicht: Auf der Machame-Route passt man sich besser an die Höhe an als bei den Fünf-Tages-Varianten.

Einen besonderen Vorteil hat hierbei der dritte Tag. Man startet am Shira Camp (3.830 m) und wandert am Fuße des Lava Towers vorbei (4.400 m) zum Barranco Camp (3.950 m). Der Vorteil: Starthöhe und Zielhöhe haben in etwa dasselbe Niveau, zwischenzeitlich war man aber deutlich höher. Der Gipfelaufstieg führt am vorletzten Tag über den Stella Point (5.745 m). Übernachtet wird auf der Machame-Route in Zelten.

TagStrecke
DauerLänge
1Park Gate Machame 1.840 m – Machame Camp 2.980 m4,5 – 6 hca. 9 km
2Machame Camp 2.980 m – Shira 2 Camp 3.830 m5 – 6 h
ca. 7 km
3Shira 2 Camp 3.830 m – Barranco Camp 3.950 m6,5 – 8 h
ca. 12 km
4Barranco Camp 3.950 m – Barafu Camp 4.600 m7 – 8 h
ca. 13 km
5Barafu Camp 4.600 m – Uhuru Peak 5.895m – Mweka Camp 2.850 m11 – 15 h
ca. 19 km
6Mweka Camp 2.850 m – Park Gate Mweka 1.800 m
3 – 4 hca. 6 km
1 – 6
Park Gate Machame 1.840 m – Park Gate Mweka 1.800 m37 – 47 h
ca. 66 km

3. Lemosho – die lange Route
Die Lemosho-Route entspricht der alten Shira-Route. Sie bietet großartige Ausblicke auf die Landschaft des Amboseli Nationalparks und auf die grünen Berge des Meru-Massivs – und wird auch deshalb immer beliebter. Die unberührte Landschaft wechselt täglich ihr Bild. Am ersten Tag führt der Weg durch dicht bewachsenen Regenwald. Bereits am zweiten Tag wird die Sicht auf den Kibo frei. Der Weg über das Shira Plateau lässt das Ziel langsam näher rücken.

Ab dem Shira Plateau gleicht die Lemosho-Route dem Anstieg über den Machame-Trail. Die Wege treffen sich im Shira 2 Camp. Der Vorteil liegt also auf der Hand: Auf der Lemosho-Route kann man sich besser akklimatisieren als beispielsweise auf der Marangu-Route, weil man wie auf der Machame-Route einen Tag mehr hat und entsprechend langsamer aufsteigt. Der Abstieg erfolgt über das Barafu Camp und anschließend über die Mweka-Route, die Übernachtung findet in Zelten statt.

TagStrecke
DauerLänge
1
Park Gate Londorossi 2.100 m – Mti Mkubwas Camp 2.750 m
3 – 4 h ca. 7 km
Mti Mkubwas Camp 2.750 m – Shira 2 Camp 3.830 m
6,5 – 8 h
ca. 14 km
Shira 2 Camp 3.830 m – Barranco Camp 3.950 m6,5 – 8 h
ca. 12 km 
Barranco Camp 3.950 m – Barafu Camp 4.600 m7 – 8 h
ca. 13 km
Barafu Camp 4.600 m – Uhuru Peak 5.895m – Mweka Camp 2.850 m11 – 15 h ca. 19 km 
Mweka Camp 2.850 m – Park Gate Mweka 1.800 m3 – 4 h ca. 6 km 
1 – 6 Park Gate Londorossi – Park Gate Mweka 1.800 m37 – 47 h ca. 71 km 

       
Shira Camp in 3.830 m Höhe (l.); Barranco Camp auf 3.950 m (M.); Route von den Kibo Huts in 4.703 m Höhe zum Kraterrand (r.)

4. Rongai – die unberührte Route
Die Rongai-Route unterscheidet sich ganz grundsätzlich von den anderen Strecken. Grund: Sie kommt von der Nordseite her und beginnt an der Grenze zwischen Kenia und Tansania. Aufgrund der niedrigeren Regenmengen und der dadurch geringeren Vegetation unterscheidet sich diese Tour vor allem in Sachen Landschaft von denen anderen – die karge Vegetation und die Ruhe der so genannten "Wüstenroute" haben aber ihren besonderen Reiz.

Am dritten Tag geht man dem Mawenzi geradewegs entgegen. Ein bizarres und zugleich beeindruckendes Bild. Am vierten Tag folgt die Etappe zur die Kibo Hut (4.703 m). Von dort erfolgt dann der Gipfelgang wie auf der Marangu-Route – über den Gilmans Point zum Uhuru Peak. Der Abstieg erfolgt vollständig über den Marangu-Trail. Damit ist die Rongai-Strecke gleichzeitig eine Überschreitung des Kilimandscharo. Im Vergleich zu allen anderen Strecken ist dieser Trail am wenigsten überlaufen.

Tag
Strecke Dauer Länge 
1
Ranger Station Nalemoru 2.020 m – Sekimba Camp 2.700 m
4 – 5 h
ca. 8 km 
Sekimba Camp 2.700 m – Kikelewa Camp 3.650 m
6 – 7 h
ca. 10 km 
Kikelewa Camp 3.650 m – Mawenzi Tarn Hut 4.330 m
4 – 5 h ca. 5 km 
Mawenzi Tarn Hut 4.330 m – Kibo Hut 4.703 m
3 – 4 h ca. 8 km 
Kibo Hut 4.703 m – Uhuru Peak 5.895 m – Horombo Hut 3.725 m10 – 12 h
ca. 21 km 
Horombo Hut 3.725 m – Park Gate Marangu 1.840 m4 – 5 h
ca. 18 km 
1 – 6 Ranger Station Nalemoru 2.020 m – Park Gate Marangu 1.840 m31 – 38 h
ca. 70 km 

5. Umbwe – die anspruchsvolle Route
Die selten begangene Umbwe-Route ist nach der gesperrten Western Breach Wall der schwierigste, bei weitem aber spektakulärste Anstieg durch unberührten Bergurwald. Es ist ein schmaler Dschungelpfad auf dem Bergrücken über der Barranco-Schlucht, im unteren Teil steil und anstrengend. Nach der Hochmoorzone wird der so genannte Southern Circuit erreicht. Die Umbwe-Route entspricht einer verkürzten Machame-Route, denn beide Wege treffen sich im Barranco Camp. Allerdings erreicht man dieses Lager bei Anstieg über den Umbwe-Trail bereits einen Tag früher.

Zum Gipfel geht es dann über das Barafu Camp und den Stella Point. Der Abstieg erfolgt über die Mweka-Route. Der Umbwe-Trail eignet sich besonders für geübte und höhenerfahre Bergwanderer. Das liegt einerseits am steilen Anstieg im unteren Bereich, andererseits an der kurzen Dauer von nur fünf Tagen. Die Übernachtung erfolgt in Zelten.

Tag
Strecke Dauer Länge 
1
Umbwe Gate 1.650 m – Umbwe Camp 2.850 m
5 – 6 h
ca. 7 km
Umbwe Camp 2.850 m – Barranco Camp 3.950 m4 – 5 h
ca. 6 km
Barranco Camp 3.950 m – Barafu Camp 4.600 m7 – 8 h
ca. 13 km 
Barafu Camp 4.600 m – Uhuru Peak 5.895m – Mweka Camp 2.850 m
11 – 15 h ca. 19 km 
Mweka Camp 2.850 m – Park Gate Mweka 1.800 m3 – 4 h ca. 6 km 
1 – 5 Umbwe Gate 1.650 m –  Park Gate Mweka 1.800 m30 – 38 h
ca. 51 km
(Quellen: Afromaxx, Elefant-Tours, Wikipedia, Zara)